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Was macht diesen Honig so besonders?

Was macht diesen Honig so besonders?

Durch Martin Artur Gayer

Honig ist Honig? Nicht ganz. 

Denn eine Honigsorte sorgt seit Jahren weltweit für besonderes Interesse: Manuka-Honig aus Neuseeland. Er ist nicht nur für seinen kräftigen, unverwechselbaren Geschmack bekannt, sondern unterscheidet sich auch hinsichtlich seiner natürlichen Inhaltsstoffe von vielen klassischen Honigsorten. 

Vor allem drei Buchstaben begegnen einem dabei immer wieder: 

MGO. 

Doch was steckt eigentlich dahinter? Woher kommt Manuka-Honig, was unterscheidet ihn von normalem Honig und wofür wird er verwendet? 

Was ist Manuka-Honig? 

Manuka-Honig stammt aus Neuseeland und wird von Bienen aus dem Nektar der Manuka-Pflanze (Leptospermum scoparium) gewonnen. 

Die Pflanze gehört zur Familie der Myrtengewächse und wächst vor allem in Neuseeland. Während ihrer Blüte sammeln Bienen den Nektar der kleinen weißen bis rosafarbenen Blüten und produzieren daraus den charakteristischen Manuka-Honig. 

Echter neuseeländischer Manuka-Honig ist dabei nicht einfach nur eine Marketingbezeichnung. Für den Export aus Neuseeland existieren festgelegte wissenschaftliche Kriterien. Dabei werden verschiedene chemische Marker sowie ein DNA-Marker untersucht, anhand derer Manuka-Honig von anderen Honigsorten unterschieden werden kann. 

Das Besondere an Manuka: Methylglyoxal – kurz MGO 

Einer der bekanntesten Inhaltsstoffe von Manuka-Honig ist Methylglyoxal (MGO). 

MGO entsteht im Manuka-Honig unter anderem aus einer Vorstufe namens Dihydroxyaceton, die natürlicherweise im Nektar der Manuka-Blüten vorkommt. 

Der MGO-Gehalt kann im fertigen Honig gemessen werden. Deshalb findet man auf hochwertigen Manuka-Produkten häufig Angaben wie beispielsweise: 

MGO 100+ 
MGO 250+ 
MGO 400+ 
MGO 550+ 

Der Wert gibt vereinfacht gesagt an, wie viel Methylglyoxal pro Kilogramm Honig enthalten ist. 

Ein Honig mit MGO 400+ enthält demnach mindestens 400 mg Methylglyoxal pro Kilogramm Honig. 

Je höher die Zahl, desto höher ist also die gemessene MGO-Konzentration. 

Wichtig dabei: Der MGO-Wert allein ist nicht die offizielle neuseeländische Definition dafür, ob ein Honig als echter Manuka-Honig bezeichnet werden darf. Für diese Einstufung werden mehrere chemische und genetische Merkmale geprüft. 

Monofloral oder multifloral – was bedeutet das? 

Auch diese Begriffe findet man häufig auf Manuka-Honig. 

Monofloraler Manuka-Honig stammt überwiegend aus dem Nektar der Manuka-Pflanze. 

Bei multifloralem Manuka-Honig haben die Bienen neben Manuka auch Nektar anderer Pflanzen gesammelt. 

Neuseeland hat für beide Varianten unterschiedliche Analysegrenzen festgelegt. Ein monofloraler Manuka-Honig muss unter anderem einen deutlich höheren Wert eines bestimmten charakteristischen Pflanzenmarkers aufweisen als die multiflorale Variante. 

Warum wird Manuka-Honig so intensiv erforscht? 

Hier wird es besonders interessant. 

Honig besitzt aufgrund seiner Zusammensetzung generell besondere physikalische und chemische Eigenschaften. Dazu gehören unter anderem sein hoher Zuckergehalt, seine geringe Wasseraktivität und sein niedriger pH-Wert. 

Bei Manuka-Honig kommt zusätzlich sein charakteristischer Gehalt an Methylglyoxal sowie weiteren Inhaltsstoffen hinzu. 

In wissenschaftlichen Untersuchungen werden deshalb unter anderem die antimikrobiellen Eigenschaften von Manuka-Honig intensiv erforscht. 

Besonders weit entwickelt ist die Forschung im Bereich der professionellen Wundversorgung. Aktuelle Übersichtsarbeiten beschreiben für medizinisch aufbereiteten Manuka-Honig unter anderem antimikrobielle Eigenschaften und mögliche positive Effekte auf verschiedene Prozesse der Wundheilung. 

Dabei muss jedoch klar unterschieden werden: 

Manuka-Honig aus dem Lebensmittelglas ist kein medizinisches Wundprodukt. 

Für die professionelle Versorgung von Wunden werden speziell dafür hergestellte und medizinisch aufbereitete Honigprodukte verwendet. 

Wofür wird Manuka-Honig verwendet? 

Manuka-Honig lässt sich auf ganz unterschiedliche Weise nutzen. 

1. Pur vom Löffel 

Die wahrscheinlich einfachste Variante ist, Manuka-Honig pur zu genießen. 

Aufgrund seines intensiven, leicht herb-würzigen Geschmacks wird er häufig bewusst in kleinen Mengen verwendet – beispielsweise ein Teelöffel am Morgen oder zwischendurch. 

Gerade hochwertige Sorten mit hohem MGO-Gehalt werden deshalb häufig eher gezielt als in großen Mengen konsumiert. 

2. Bei Hals und Rachen 

Honig wird traditionell besonders gerne bei einem gereizten Hals verwendet. 

Er kann beispielsweise langsam im Mund zergehen gelassen oder einem warmen Getränk zugesetzt werden. 

Dabei ist interessant: Untersuchungen zu Honig allgemein zeigen, dass er insbesondere bei akutem Husten lindernd wirken kann. Die vorhandenen Studien beziehen sich allerdings nicht ausschließlich auf Manuka-Honig. 

Manuka wird wegen seiner besonderen Zusammensetzung dennoch gerne für Hals und Rachen verwendet. 

3. Im Tee oder warmen Wasser 

Manuka-Honig kann natürlich auch in Tee gegeben werden. 

Wer die natürlichen Bestandteile des Honigs möglichst schonend behandeln möchte, kann den Tee zunächst etwas abkühlen lassen und den Honig erst anschließend hineinrühren. 

Geschmacklich passt Manuka beispielsweise zu: 

Ingwertee 

Kräutertee 

warmem Zitronenwasser 

Kurkuma-Getränken 

heißer Milch oder Pflanzendrinks 

4. Zum Frühstück 

Auch kulinarisch lässt sich Manuka hervorragend einsetzen. 

Zum Beispiel als Topping auf: 

Joghurt, Skyr, Porridge, Overnight Oats, Obst oder Brot. 

Dabei sollte man jedoch nicht vergessen: Auch Manuka-Honig besteht zu einem großen Teil aus Zucker. 

Seine besondere Herkunft und sein MGO-Gehalt machen ihn nicht zu einem zuckerfreien Lebensmittel. 

5. Für Mund und Rachen 

Auch die Wirkung von Manuka-Honig im Bereich der Mundgesundheit wird wissenschaftlich untersucht. 

Einzelne klinische Studien beschäftigen sich beispielsweise mit Manuka-haltigen Mundspülungen oder der möglichen Beeinflussung von Plaque und Zahnfleisch. Die Forschung ist interessant, reicht derzeit aber nicht aus, um klassische Zahnpflege oder zahnmedizinische Behandlungen zu ersetzen. 

Manuka sollte deshalb als ergänzendes Lebensmittel, nicht als Ersatz für Zahnpasta, professionelle Zahnreinigung oder eine zahnärztliche Behandlung betrachtet werden. 

6. In der professionellen Wundversorgung 

Eine der spannendsten Anwendungen von Manuka findet nicht in der Küche statt, sondern in der Medizin. 

Speziell aufbereiteter Medical Grade Honey wird in bestimmten Wundauflagen und medizinischen Produkten eingesetzt. 

Aktuelle wissenschaftliche Arbeiten untersuchen seine Anwendung unter anderem bei chronischen Wunden, Verbrennungen, postoperativen Wunden und diabetischen Fußulzera. Eine 2026 veröffentlichte randomisierte Studie fand beispielsweise bei diabetischen Fußulzera bessere Ergebnisse für einen medizinischen Manuka-Honigverband als für den untersuchten silberhaltigen Vergleichsverband. 

Das bedeutet allerdings ausdrücklich nicht, dass normaler Manuka-Honig aus dem Lebensmittelglas auf offene Wunden gestrichen werden sollte. 

Hierfür gehören ausschließlich dafür vorgesehene Medizinprodukte in professionelle Hände. 

Ist Manuka eigentlich das Gleiche wie Teebaum? 

Nein – auch wenn die Verwechslung naheliegt. 

Manuka wird manchmal als Neuseeland-Teebaum bezeichnet. Die Manuka-Pflanze ist jedoch nicht identisch mit dem australischen Teebaum, aus dem das bekannte Teebaumöl gewonnen wird. 

Sie gehören zwar beide zur Familie der Myrtengewächse, sind botanisch aber unterschiedliche Pflanzen. 

Manuka-Honig entsteht aus Leptospermum scoparium, während klassisches australisches Teebaumöl meist aus Melaleuca alternifolia gewonnen wird. 

Können die Bienen dazu gebracht werden, nur Manuka anzufliegen? 

Natürlich lässt sich einer Biene nicht vorschreiben, welche Blüte sie besucht. 

Imker können die Wahrscheinlichkeit jedoch stark beeinflussen. 

Die Bienenstöcke werden während der Manuka-Blüte möglichst dort aufgestellt, wo große Mengen Manuka wachsen und nur wenige konkurrierende Blütenpflanzen vorhanden sind. 

Trotzdem sammeln die Tiere eigenständig. 

Genau deshalb gibt es die Unterscheidung zwischen monofloralem und multifloralem Manuka-Honig und entsprechende Labortests zur Bestimmung der Echtheit. 

Warum ist Manuka-Honig so teuer? 

Mehrere Faktoren kommen zusammen. 

Manuka wächst nur in bestimmten Regionen, die Blütezeit ist begrenzt und viele Standorte sind schwer zugänglich. Gleichzeitig ist die weltweite Nachfrage nach hochwertigem Manuka-Honig hoch. 

Hinzu kommen Laboranalysen, Qualitätskontrollen und die begrenzte verfügbare Menge. 

Vor allem Manuka-Honige mit besonders hohen MGO-Werten können deshalb deutlich teurer sein als klassischer Blütenhonig. 

Was sollte man beim Kauf beachten? 

Bei Manuka-Honig lohnt es sich, genauer hinzusehen. 

Besonders wichtig sind: 

Herkunft: 
Hochwertiger klassischer Manuka-Honig stammt aus Neuseeland. 

MGO-Angabe: 
Sie gibt Auskunft über den gemessenen Methylglyoxal-Gehalt. 

Mono- oder multifloral: 
Die Bezeichnung gibt Hinweise darauf, wie stark der Honig von Manuka geprägt ist. 

Nachvollziehbare Qualität: 
Da Manuka zu den besonders hochwertigen Honigsorten gehört, spielen Herkunftsnachweise und Laboranalysen eine wichtige Rolle. Für aus Neuseeland exportierten Manuka-Honig gelten offizielle Authentizitätskriterien. 

Kann jeder Manuka-Honig essen? 

Für die meisten Erwachsenen ist Manuka-Honig zunächst einmal ein Lebensmittel. 

Es gibt jedoch einige wichtige Punkte zu beachten. 

Babys unter zwölf Monaten dürfen keinen Honig bekommen. Das gilt für Manuka genauso wie für jeden anderen Honig, da Honig Sporen von Clostridium botulinum enthalten kann. 

Menschen, die auf Honig oder Bienenprodukte allergisch reagieren, sollten entsprechend vorsichtig sein. 

Auch bei Diabetes sollte berücksichtigt werden, dass Manuka-Honig trotz seiner besonderen Inhaltsstoffe eine relevante Menge Zucker enthält. 

Manuka – weit mehr als gewöhnlicher Honig? 

Manuka-Honig verbindet eine außergewöhnliche Herkunft mit einer besonderen natürlichen Zusammensetzung. 

Seine Herkunft aus der neuseeländischen Manuka-Pflanze, die streng kontrollierte Authentifizierung und vor allem der messbare MGO-Gehalt machen ihn zu einer der außergewöhnlichsten Honigsorten der Welt. 

Gleichzeitig lohnt sich ein nüchterner Blick: Manuka ist kein Wundermittel und ersetzt weder Medikamente noch ärztliche Behandlungen. 

Aber als besonderes Naturprodukt, als hochwertiger Honig für den täglichen Genuss und als Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Forschung nimmt Manuka definitiv eine Sonderstellung unter den Honigsorten ein. 

Und genau deshalb freuen wir uns besonders, dass Manuka jetzt ganz neu bei Superfood.de angekommen ist. 

Wer diesen außergewöhnlichen Honig selbst kennenlernen möchte, kann unsere neuen Manuka-Produkte jetzt bei Superfood.de entdecken. 

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Studien und Quellen:

Mavric, E. et al. (2008). Identification and quantification of methylglyoxal as the dominant antibacterial constituent of Manuka honeys from New Zealand.

Adams, C. J. et al. (2009). The origin of methylglyoxal in New Zealand manuka honey.

Abbasi, A. et al. (2021). Effectiveness of honey for symptomatic relief in upper respiratory tract infections: a systematic review and meta-analysis.

 

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